Erste Anzeichen von Sommer

Genug der Schwarzmalerei, eigentlich ist alles doch gar nicht so wild. Der Abschluss des Semesters hätte schöner nicht sein können. Drei Tage lang Referate mit viel Input, der die Gedanken über die eigene Arbeit noch mal ordentlich ankurbelt. Und dann am Samstag Abend die Kollegen, die tolle Szenen spielen und zeigen, wie sehr sie über sich selbst hinauswachsen können. Wachsen scheint tatsächlich ein Thema zu sein. Danach Bier im Hof und das gute Gefühl, dass man an dieser Schule so gerne seine Zeit verbringt und das auch über die verpflichtenden Präsenzzeiten hinaus. Die Kommilitonen, die nicht einfach Mitstudenten sind, sondern wichtige Freunde in einer Gruppe, in der jeder seinen festen Platz hat. Ein kühles Bier im Hof und Gespräche mit Kommilitonen und Dozenten, mit denen man nicht nur über Lieblingsstücke und Genderfragen reden kann, sondern die auch ein offenes Ohr für Gefühlslagen haben. Eine Schule also, in der ich nicht der Student mit der sechsstelligen Matrikelnummer bin, sondern wirklich als Individuum wahrgenommen  werde. Und wo ich mit all meinem Wissen und meinen Emotionen ein Teil des Prozesses bin.

Mein Highlight des Abends ist aber: tanzen! Wie sehr vermisse ich es, meinen Körper zu bewegen. Das wird mir bewusst, als ich auf einem Bein und an zwei Krücken versuche, so etwas wie einen Tanz aufzuführen. Und die Sehnsucht nach Bewegung gibt mir Antrieb, das ich bis zur Erschöpfung auf der Tanzfläche bleibe und am nächsten Morgen vor Schwäche und Zittrigkeit kaum aufstehen kann. Das war es wert, dafür fühle ich mich so lebendig, wie schon seit Wochen nicht mehr.

Der Abschied dann mal wieder viel zu hektisch, die Pförtnerin besteht auf ihren Feierabend und unsere Wege trennen sich allmählich. Doch ganz so pessimistisch darf ich gar nicht sein, denn erste Sehnsuchtstreffen sind schon in die Wege geleitet. Und so könnte meine Gefangenschaft in Rostock doch noch ganz erträglich werden.
Wenn doch nur dieser eine Anruf käme, auf den ich sehnsüchtig warte.

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